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Seminar am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin


Künstler*innenverbände als Projektpartner*innen für gesellschaftlich orientierte Kunstpraxen und als Orte selbstorganisierter, solidarischer politischer Willensbildung


Wie können Künstler*innenverbände Orte selbstorganisierter, solidarischer politischer Willensbildung sein und dabei auch als Projektpartner*innen für gesellschaftlich orientierte Kunstpraxen auftreten? Worin unterscheiden sich die Rolle und Struktur von Künstler*innenverbänden im kulturpolitischen Prozess von künstlerischen Initiativen und Praxen?

Gemeinsam mit der Dozentin Dr. Yvette Mutumba und Student*innen des Instituts für Kunst im Kontext an der Universität der Künste (UdK) Berlin gingen Christine Düwel und Doris Weinberger in ihrer Funktion als IGBK-Projektleiterinnen in einem Seminar diesen Fragen nach.

Im Zentrum stand dabei das Projekt "Opening Space | Promoting Encounters", das sich mit den Herausforderungen interdisziplinärer und lokal verankerter Kunstinitiativen in verschiedenen europäischen Ländern befasst. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung gewinnen diese Initiativen an Bedeutung - sie stehen jedoch häufig unter Rechtfertigungsdruck. Der Austausch im Rahmen des Seminars diente zudem der erweiterten Reichweite und Vermittlung des Projekts.

Es wurde diskutiert, welche Handlungsspielräume gesellschaftlich orientierte Kunstformen eröffnen und wie künstlerische Akteur*innen in solchen Kontexten konkrete Strategien zivilgesellschaftlicher Resilienz entwickeln können. Dabei reflektierten die Teilnehmenden gemeinsam über bestehende Modelle und Praxen. Die bisherigen Interviews aus dem Projekt "Opening Space | Promoting Encounters" wurden besprochen. Gemeinsam wurden Interviewkonzepte entwickelt, auf deren Grundlage die Studierenden selbst Interviews mit von ihnen recherchierten Initiativen führten.

Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens war auch der Austausch mit europäischen Initiativen und weiteren IGBK-Vertreter*innen. Dabei wurde ein genauerer Blick auf die Funktionsweise und Entscheidungsprozesse von Verbänden geworfen: Wie entsteht politische Willensbildung in solchen Strukturen? Welche Unterschiede bestehen europaweit? So nahmen beispielsweise an einer Sitzung auch Künstler*innen aus dem Vereinigten Königreich und aus Schweden sowie Vertreter*innen der IAA Europe teil.

Abschließend wurden auch die kulturpolitischen Rahmenbedingungen betrachtet, unter denen Künstler*innenverbände arbeiten: der Zugang zu Förderstrukturen und NGOs, rechtliche Bedingungen sowie Fragen der Teilhabe.