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IGBK

Ein Themenschwerpunkt der 80er Jahre war der Kulturaustausch zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern. Die IGBK setzte sich dafür ein, Entwicklungspolitik nicht auf ökonomische Aspekte zu verengen, sondern auch die Bedeutung des kulturellen Austausches zu berücksichtigen. Gemeint war ein „offener, intelligenter Austausch“, wie der indische Künstler Vivan Sundaram, Teilnehmer eines deutsch-indischen Kooperationsprojekts, 1984 in Braunschweig sagte. Es geht um Aufklärung, Inspiration und Dialog, und um Begegnungen, die kulturelle Unterschiede nicht einebnen, sondern fruchtbar machen für beide Seiten.
 
Für einen zeitgemäßen Kulturaustausch ist vor allem eines wichtig: mehr Mitbestimmung von bildenden Künstlerinnen und Künstlern in Fragen der auswärtigen Kulturpolitik. Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer des Symposiums, das die IGBK 1981 in Bergkamen zum Thema Kulturaustausch veranstalteten.
In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, die sich an dem genannten Künstleraustausch mit der Universität im westindischen Boroda beteiligte, organisierte die IGBK 1984 ein weiteres Symposium. Vorgestellt wurden neben dem indisch-deutschen Workshop auch Kooperationsprojekte in Südamerika und Afrika. Mit der Publikation 'Künstleraustausch' gab die IGBK 1989 ein Handbuch heraus, das konkrete Initiativen von Künstlerinnen und Künstlern und Institutionen vorstellt und über unterschiedliche Herangehensweisen bei internationalen Projekten informiert.
 
In Schloss Bleckede nahe Lüneburg veranstaltete die IGBK 1982 zum ersten Mal selbst ein internationales Künstlersymposium. 17 bildende Künstlerinnen und Künstler aus Kuba, Frankreich, Großbritannien, Jugoslawien, den Niederlanden, Polen, der UdSSR und der Bundesrepublik kamen auf Einladung der IBGK zusammen, um drei Wochen zu dem Thema 'Natur – Zukunft oder Reservat' zu arbeiten. Die daraus entstandene Ausstellung mit Malerei, Plastik und Performance-Dokumentationen war ein Ergebnis – ebenso wichtig waren für die Teilnehmer die Kontakte und Netzwerke, die sie in Bleckede knüpfen konnten.